Auszug aus der Supporter News | Ausgabe 235

12.10.19

Mitgliederversammlung 2019 – Wir der FCA oder doch nur ihr der FCA?

Wir Fans neigen ja gerne dazu mit immer neuen Superlativen um uns zu werfen, wenn es um unseren Verein geht. In negativer Hinsicht geht mir dies mit Blick auf die letzte JHV nicht anders. Zäsur und Schande schießen mir auch knapp zwei Wochen später als passende Begriffe noch immer durch den Kopf.

Wir brauchen nicht lange darum herumreden. Die Mitgliederversammlungen beim FCA waren schon immer vom fragwürdigen Verhalten der Verantwortlichen geprägt. Mit einem „komischen“ Gefühl im Bauch bin ich daher auch in den letzten Jahren immer aus den Versammlungen gegangen. So groß wie nach der letzten war die Wut und Enttäuschung jedoch zumindest bei mir noch nie.
Hatten die Abende häufig schon vorab einen eher lockeren Charakter, stand heuer mit der Aufsichtsratswahl des Nachfolgers von Peter Bircks schon vorab eine wichtige Entscheidung auf der Agenda. In meinem Demokratieverständnis stellt eine faire und unabhängige Wahl eine essentielle Säule dar, genauso wie auch die Akzeptanz einer mehrheitlichen Abstimmung. Zumindest was Letzteres betrifft, war der Willen der Mitglieder klar. Manfred Ringer erhielt 60 % der Stimmen und somit die Mehrheit. Nun handelt es sich bei diesem nicht nur um einen langjährigen FCA-Fan, sondern auch um eine Person, an der nichts Negatives auszusetzen ist. Eine Verschlechterung der Besetzung des Aufsichtsrats stellt dies also nicht dar. Eine Verbesserung jedoch eben auch nicht. Viel Grund zum Meckern gibt es oberflächlich betrachtet nicht, steht unser Verein doch finanziell seit vielen Jahren wunderbar da. Doch ein Fußballverein definiert sich eben nicht nur über die Finanzen und daher ist ein Aufbrechen des seit zig Jahren gleichen Klüngels längst überfällig. Genau wie der Gesellschaft oder eben auch unserer Kurve Vielfalt, neue Einflüsse und auch mal konträre Gedanken nur gut tun können, wäre auch im Aufsichtsrat ein Aufbrechen der alten und vor allem veralteten Muster ein echter Mehrgewinn gewesen.

Grundsätzlich ist es zwar schön, wenn sich auch die aktiven Fußballspieler und -spielerinnen für die Belange im Verein interessieren, ein Geschmäckle hinterlässt die Anwesenheit sämtlicher volljähriger und damit stimmberechtigter Spieler aus dem Damen bzw. Herren-Jugendbereich, der ersten und zweiten Damen- und Herren-Mannschaft und sämtlicher Betreuer und Trainer trotzdem. Insbesondere dann, wenn man hier das Abstimmungsverhalten (z.B. eSports) mit einer schier beeindruckenden 100%igen Einigkeit beobachtet. Auch hier gilt: Für ein ehrliches Meinungsbild unter den Mitgliedern wäre es nicht notwendig gewesen circa 150 zusätzliche Personen mit Nachdruck zur Versammlung zu bitten, die prekärer Weise alle in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zum Verein stehen.

„Das ist nicht Sache des e.V.“. Der Running Gag auf jeder JHV! Jahr für Jahr dürfte dies der meist verwendete Satz sein, bei dem mir aber eigentlich gar nicht zum Lachen ist. Offenbart diese Aussage doch nicht nur ein fragwürdiges Demokratieverständnis, sondern ist auch die klare Botschaft „Ihr habt hier nichts zu melden!“. Egal welcher der Herren das Mikro vor der Nase hatte, keiner wurde müde den Zusammenhalt und die FCA-Familie zu beschwören. Keine Frage, diese zwei Schlagwörter charakterisieren uns wie sonst nichts. Doch die Diskrepanz zwischen Worten und Taten hätte an diesem Abend nicht größer sein können! Familie bedeutet, gleichberechtigt und auf Augenhöhe, gemeinsam Entscheidungen zu fällen. Autokratisches Gebaren wie es die Herren des Aufsichtsrats, der Geschäftsführung und insbesondere der „fannahe“ Klaus Hofmann an den Tag legen, lässt bei mir die Frage aufkommen, ob ich denn überhaupt Teil so einer Familie sein will?
An der FCA-Familie lass ich jedoch keinen Zweifel aufkommen! Diese ist für mich ungebrochen stark. Diese ist für mich nicht nur eine romantische Vorstellung, sie ist Anspruch und Wirklichkeit zugleich. Sie ist aber vor allem intelligent und reif, sie ist in der Lage sich selbst eine Meinung zu bilden, sie hat es nicht nötig bevormundet zu werden. An der FCA-Familie gibt es nichts zu rütteln. An ihren selbst ernannten Patriarchen hingegen schon.

Was wir mehr denn je brauchen, das beweisen Reizthemen wie eSports und der Videobeweis seit Monaten, sind ehrliche, faire und in alle Richtungen ergebnisoffene Diskussionen innerhalb der FCA-Familie. Allein mir fehlt nach der JHV der Glaube, dass dies aktuell auch mit den Verantwortlichen möglich ist. Wir brauchen aber vor allem das omnipräsente und kollektive Verständnis, dass wir Fans diesen Verein im besonderen Maße ausmachen und prägen. Wem der FCA ehrlich am Herzen liegt, der kann es sich nicht erlauben einen Termin wie die JHV zu verpassen und dort im Zweifelsfall nicht eben auch den Mund aufzumachen.

Was bleibt als Fazit? Wir alle sind der FCA - wer das nicht versteht, hat unseren Verein nicht verstanden und hat in verantwortungsvoller Position nichts verloren. Wie immer im Leben fällt einem aber eben nichts in den Schoß, also Ärmel hochkrempeln!

RGW-Hilfe: Offener Brief an das bayerische Innenministerium

28.8.19

Am 03.09.2019 werden die Geschäftsführer und Sicherheitsbeauftragten der bayerischen Profifußballvereine mit Vertretern des bayerischen Innenministeriums zusammenkommen, um sich über sicherheitsrelevante Themen im Rahmen von Fußballspielen auszutauschen...

Hier geht‘s zur gesamten Stellungnahme

Neue Saison, neuer Präsident - alte Probleme!

16.8.19

Wenn am 16.08. in München der Pfiff ertönt, beginnt auch für die letzten Vereine die neue Spielzeit 2019/2020. Die Vorfreude, die hunderttausende Fans in ganz Deutschland auf die wichtigste Nebensache der Welt haben, teilen auch wir. Diese Vorfreude wird jedoch wie jedes Jahr von denselben Problemen getrübt.

In der dritten Liga begann die Saison gleich mit einem Montagsspiel, einem Übel, welches aufgrund massiver Proteste in den oberen beiden Ligen zurückgedrängt werden konnte. Aber auch dort erinnert der „Spieltag“ eher an einen Kongressplan mit verschiedenen Veranstaltungen und ist nach wie vor Lichtjahre von unserem Ideal entfernt.

An den Gästeeingängen wird es trotz Pilotphase wieder zu sinnlosen Diskussionen mit Konfliktpotential kommen, die sich mit der Länge von Plastikstäben und dem Durchmesser von Stoff beschäftigen. Heimfans sehen sich teilweise, wie in München, gleich einem Komplettkörperscan gegenüber, der aufgrund immer funktionierender Terrorhysterie zu noch mehr Überwachung und dem „gläsernen Fan“ führt.

Aber besser, solche Diskussionen überhaupt führen zu können, als mit Stadionverbot – und darauf häufig folgendem Betretungsverbot – gar nicht ins Stadion oder in die Nähe zu können. Und dass nur, weil die Polizei einen Verdacht gegen einen hat.

Im Block angekommen ist man konfrontiert von Überwachungskameras, die haargenau aufzeichnen können, ob es nicht irgendein vermeintliches Fehlverhalten gibt, welches zwar null Einfluss auf das Spielgeschehen hat, aber dennoch mit horrenden Summen gegenüber den Vereinen geahndet werden kann. Diese dürfen ihre Rechnungen dann fröhlich weitergeben und so Privatinsolvenzen aufgrund einer fragwürdigen Paralleljustiz verursachen.

Und all diesen Problemen zum Trotz, wird mit vermutlich großem Brimborium am 20./21.08.2019 zunächst ein neues DFL-Präsidium gewählt, was zukunftsweisend für so wichtige Themen wie 50+1, den Videobeweis oder die Anstoßzeiten ist, ehe am 27.09.2019 der neue Präsident des DFB gewählt werden soll.

Wer auch immer diese Funktionen bekleiden wird – ihre Aufgaben sind aus unserer Sicht klar. Um auf die gegenwärtigen Probleme, mit denen Fußballfans in ganz Deutschland konfrontiert sind, erneut hinzuweisen und den neuen Verantwortlichen gleich ihre ersten Hausaufgaben mit auf den Weg zu geben, geben wir ihnen , teilweise erneut, hiermit unsere Positionspapiere an die Hand.

Es muss sich etwas ändern im deutschen Fußball, wenn dieser sich nicht noch weiter von der Basis entfernen will. Was zu ändern ist, ist aus unserer Sicht klar.

Die Gesichter mögen wechseln – die Probleme leider nicht!