Mitteilung

22.9.20

Servus FCA-Fans,
in aller Kürze informieren wir Euch über unseren Umgang mit der aktuellen Situation.

Die Ultraszene wird unter den gegebenen Umständen nicht im Stadion präsent sein, auch der Fancorner bleibt geschlossen.

Legio Augusta

Übergabe Unterstützerliste „Unser Fußball“

28.8.20

Am Donnerstag, den 27.08. übergaben VertreterInnen der Ulrich-Biesinger-Tribüne dem FC Augsburg die Unterstützerliste. 44 FCA-Fanclubs und Gruppen stehen hinter den Forderungen von „Unser Fußball“, wodurch deutlich unter Beweis gestellt wurde, dass sich ein Großteil der Fans des FC Augsburg einen neuen Fußball wünscht. Wohlwollend haben wir zur Kenntnis genommen, dass auch die Geschäftsführung des FCA der Initiative ihre Unterstützung zugesichert hat und das System Profifußball in der aktuellen Verfassung selbst als krank bezeichnet. Mit der Übergabe wurde nun seitens der Fans und Mitglieder eine deutliche Aufforderung an die Geschäftsführung gesendet.

Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V.

In der Krise beweist sich der Charakter

28.5.20

Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.

Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.

Veränderungen

„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.

Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1. Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder

Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2. Rücklagen

Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese - ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3. Gehalts- und Transferobergrenzen

Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4. Einfluss durch Berater beschränken

Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.

Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.

Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.

Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!

Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5. Kader begrenzen

Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauern. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.

Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worte der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

Rien ne va plus - Nichts geht mehr!

15.5.20

Im Umgang mit den Folgen der Pandemie auf den Profifußball hat sich dieser demaskiert. In einer maßlosen Selbstüberschätzung der eigenen Wertigkeit innerhalb der Gesellschaft gelang es mit riesiger Lobbyarbeit und hervorragenden Kontakten in die Politik, den Fokus auf die Bedürfnisse der DFL angehörigen Clubs zu lenken, um schnellstmöglich den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können und so den Rubel rollen zu lassen. Um den Sport und die Menschen geht es dem Verband und damit auch den Vereinen hierbei nicht.

Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht und über Jahrzehnte hinweg eine falsche Entwicklung vollzogen, so dass nun sämtliche Anstrengungen unternommen werden, das kranke System aus Selbsterhaltungszwecken künstlich am Leben zu erhalten. Für uns Fans ist dieses schon lange nicht mehr greifbar. Wir sehen keine Auseinandersetzung mit der Frage, zu welchen Kompromissen man bereit ist, um den Fußball sozial verträglicher und authentischer zu gestalten, damit sich die Basis wieder voll mit ihm identifizieren kann. Denn mittlerweile sehen nicht nur Fußballfans, dass Entscheidungen nicht nach Anstand und Moral, sondern nach der Farbe des Scheines gefällt werden, um weiterhin den wirtschaftlichen Profiteuren des „Produktes Fußballs“ gerecht zu werden.

Als alternativlos wurde uns die Entscheidung seitens der Fußballfunktionäre verkauft, künftig auf Geisterspiele zu setzen, wohlwissend, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit einem guten Gewissen nicht vereinbar ist. Doch ein Fußball, der keine gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und die Basis außen vor lässt, kann keine Alternative sein und erst Recht nicht alternativlos. Wir kritisieren scharf, dass von Beginn an keine ernsthafte inhaltliche Debatte darüber geführt wurde, wie versucht werden kann, sich den Auswirkungen der Pandemie zu entziehen, geschweige denn, dass wir Fans in den Entscheidungsfindungsprozess miteinbezogen wurden. Es ist beschämend, wie leicht die der DFL angehörigen Vereine ein „weiter so“ umsetzen, inklusive unserem FC Augsburg.

Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, ohne Fans im Stadion verkommt er zur Nebensache.

Viele Möglichkeiten wurden in den letzten Wochen von Funktionären in Erwägung gezogen, wie der Fußball wieder Bindung zu seinen Fans gewinnen kann. Von Gehalts- und Transferobergrenzen war die Rede, der Einfluss von Beratern solle eingeschränkt werden und auch die Verteilung der Fernsehgelder solle wettbewerbsfördender verteilt werden. Ob den Veränderungen mit Nachdruck nachgegangen wird, wenn der Ball wieder im Spiel ist und somit im Profifußball wieder ein Stück weit Normalität eingekehrt ist, oder ob es sich wieder einmal nur um Lippenbekenntnisse handelt, um den Pöbel ruhig zu stellen, wird die Zeit zeigen. Wir werden auch weiterhin unserem Verein genau auf die Finger schauen. Denn auch in Augsburg ist man seitens der Vereinsführung in den vergangenen Jahren nicht müde geworden zu betonen, das bekannte Rad nicht überdrehen zu wollen. Doch warme Worte allein reichen hierfür nicht aus.

Ein anderer Fußball ist möglich.

Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V.