WM 2022 Katar

27.11.21

Am vergangenen Sonntag, den 21.11.2021, exakt ein Jahr vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar, folgten rund 200 Protestierende dem Demo-Aufruf eines breiten Bündnisses, bestehend aus verschiedenen politischen Jugendorganisationen, Amnesty International und der aktiven Augsburger Fanszene rund um die Legio Augusta sowie Augusta Unida. Beginnend vom Ulrichsplatz in Augsburg - Ort der Auftakt- & Abschlusskundgebungen - zogen insgesamt drei Protestblöcke durch die Innenstadt und demonstrierten dabei kreativ und lautstark gegen die anstehende WM im Wüstenstaat.

Demonstriert wurde nicht nur gegen diverse Menschenrechtsverletzungen seitens des kommenden Gastgebers Katar, sondern auch - insbesondere vom Fußballblock aus - gegen die Machenschaften korrupter Verbände. DFB, FIFA und UEFA stehen in dauerhafter Kritik mit unlauteren Geschäftspraktiken von einem Korruptionsskandal in den nächsten zu schlittern.

Wir als aktive, kritische Fußballfans sagen korrupten Funktionären und Verbänden den Kampf an. Wir lassen uns den Ausverkauf unseres geliebten Sports nicht gefallen und fordern einen integren Wettbewerb, der seiner gesellschaftlichen, sozialen, ökologischen als auch sportlichen Verantwortung gerecht wird! Dazu braucht es in allererster Linie eine transparente und schonungslose Aufklärung vergangener Skandale („Sommermärchen 2006“, die Vergabe der WM nach Katar und viele mehr), drastische Konsequenzen für beteiligte Personen und längst überfällige Reformen innerhalb der Fußballverbände!

Wir holen uns unser Spiel zurück! Kampf den korrupten (Fußball-)Verbänden!

Legio Augusta & Augusta Unida


Hier findet ihr weitere Fotos.

Demo - Wm 2022 katar

15.11.21



Am 21.11.2022 wird die Fußball WM der Männer in Katar eröffnet. Wieder werden auf der ganzen Welt die Massen vor den Fernsehern sitzen und ihren Stars zujubeln. Die katastrophalen Missstände innerhalb des Landes rücken in den Hintergrund, wenn Messi, Ronaldo und Co. den Rasen des bedeutendsten Sportereignisses betreten.
Bereits bei der Vergabe der FIFA WM 2022 stand Katar im Zentrum internationaler Kritik. Aus sportlicher und ethischer Sicht lässt sich nur schwer begründen, warum Katar als Austragungsort gewählt wurde. Im Nachgang der Wahl wurde der Vorwurf der Bestechung laut. Peter Peters, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bunds, gestand: „die Entscheidung, nach Katar zu gehen […], fiel in einer Zeit, als der Fußball […] käuflich war" [1]. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Verbände und Funktionäre bei ihrer Abstimmung für Katar finanzielle Vorteile erhalten haben [2].
Verbandsfunktionäre scheinen von einem Korruptionsskandal in den nächsten zu schlittern und verkaufen die gesellschaftliche und soziale Verantwortung des Fußballs für ihre eigenen ökonomischen Interessen.

Für die WM in Katar muss Infrastruktur ausgebaut sowie Stadien und Hotels neu errichtet werden. Dafür werden Arbeitskräfte, überwiegend aus Indien, Bangladesch und Nepal, eingesetzt, deren Arbeitsbedingungen zu großen Teilen moderner Sklavenarbeit entsprechen. Seit 2010 sind bei den Bauarbeiten für das Event bereits mehr als 6.500 Menschen gestorben [3]. Doch die Menschenrechtsverletzungen im Vorfeld der WM sind Teil eines größeren Problems: Neben den Arbeitskräften auf den Baustellen gibt es noch zahlreiche Arbeitsmigrant*innen, die in Privathaushalten schuften und dort ausgebeutet, teilweise misshandelt und sogar Opfer sexualisierter Gewalt werden [4].

Die Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht mit den Worten Karl-Heinz Rummenigges gerechtfertigt werden, es sei "dort eine andere Kultur und Religion vorhanden" [5]. Wir fordern die FIFA auf, gegen Korruption und die Verletzung der Rechte der Arbeitnehmer*innen vorzugehen. Die FIFA muss
- sicherstellen, dass alle für die Weltmeisterschaft im Einsatz stehenden Arbeitnehmenden ihre Rechte ausüben können.
- Katar öffentlich dazu auffordern, die Reformen vollständig umzusetzen [6].
- ihre Korruptionsskandale aufarbeiten und wirksame Konsequenzen ziehen.

Reformen dürfen nicht nur auf dem Papier existieren! Es muss Druck auf die FIFA und besonders auf die nationalen Fußballverbände ausgeübt werden, damit die Menschenrechtslage verbessert und der Schutz von Arbeitnehmer*innen in Katar garantiert wird. Entscheidungen sollten im Sinne des Sportes getroffen werden.
Egal, ob FIFA, UEFA oder der DFB – die Verbände, die ihre Macht noch aus vergangenen Amateursportzeiten innehaben, nutzen diese inzwischen nur noch rein profitorientiert. Sie machen ihr vieles Geld, indem sie das vermarkten – oder, wie im Fall von Katar, verkaufen – was ihnen quasi uneingeschränkt gehört: (inter-)nationale Turniere, ausgetragen von Verbänden und Vereinen, die wiederum hoffen finanziellen Gewinn hieraus zu ziehen. Sie schlagen systematisch und ohne Skrupel Kapital aus einem Sport, der uns allen gehört.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen gegen Menschenrechtsverletzungen, Korruption und die Kapitalisierung des Fußballs. Kommt am 21.11.2021 um 16 Uhr zum Ulrichsplatz in Augsburg. Gemeinsam laufen wir durch die Stadt und setzen ein Zeichen für die Einhaltung der Menschenrechte und einen fairen Sport.

Legio Augusta & Augusta Unida

[1] https://www.sportschau.de/fussball/dfb-vize-peter-peters-zukunft-verband-100.html
[2] https://www.zdf.de/nachrichten/sport/fussball-wm-katar-russland-vergabe-bestechung-100.html
[3] https://www.tagesschau.de/sport/katar-wm-tote-101.html
[4] https://www.spiegel.de/panorama/katar-unmenschliche-bedingungen-fuer-hausangestellte-laut-
amnesty-bericht-a-3d3be42f-ca35-426d-87ff-d1d436b63be7
[5] https://www.focus.de/sport/fussball/schock-zahlen-rummenigge-verteidigte-katar-doch-schon-ueber-
6-500-tote-bei-bauarbeiten-zur-wm_id_13014097.html
[6] https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/katar-fifa-fussball-wm-2022-zeit-fuer-gerechte-
arbeitsbedingungen-katar-2021-10

Vorstellung der Kandidaten zum Aufsichtsrat

9.10.21

Wie mehrere Verantwortliche des FCA richtigerweise feststellten, hat der gesamte Profifußball mit einer Entfremdung seiner Fans zu kämpfen. Diese Entwicklung macht auch vor unserem FCA nicht Halt.

Da die Jahreshauptversammlung kaum Platz für einen inhaltlichen Austausch bietet, äußerten zahlreiche FCA- und UBT e.V. Mitglieder den Wunsch, sich im Vorfeld mit den zur Wahl stehenden Aufsichtsräten auszutauschen. Wir schätzen die aktuellen Mitglieder des Aufsichtsrates und haben Respekt vor dem großen ehrenamtlichen Engagement. Umso mehr überrascht es uns, dass dieser im Vorfeld der JHV scheinbar nicht in den Dialog mit der Mitgliedschaft treten möchte.

Um die Vereinsmitglieder über die Ansichten und Einstellungen der potenziellen Kandidaten zu informieren, ließen wir allen uns bekannten Bewerbern einen Fragenkatalog zukommen. Der Anfrage der Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V. kamen die beiden Kandidaten Alexander Süßmair sowie Mario Raffaele nach, deren Antworten im Beitrag zu finden sind. Die aktuellen Aufsichtsmitglieder gaben an, sich im Vorfeld der JHV nicht schriftlich hierzu äußern zu wollen.

Ebenso luden wir, über den Aufsichtsratsvorsitzenden, die durch die FCA-Mitglieder gewählten Aufsichtsräte zur Podiumsdiskussion am 13.10 ein. Hierfür erreichte uns lediglich das Angebot zu einem Gespräch in kleiner Runde. Dies wäre in unseren Augen jedoch konträr zum Wunsch vieler Mitglieder nach einem offenen Austausch. Wir erachten gegenseitige, offene und ehrliche Kommunikation als einen Grundpfeiler innerhalb unseres FCA. Demokratie und Gemeinschaft lebt vom Diskurs. Wir haben dabei Verständnis, dass eine terminliche Realisierung nicht allen AR-Mitgliedern möglich ist, wollen jedoch erneut den ausdrücklichen Wunsch nach einer Teilnahme zum Ausdruck bringen.

Wir sind uns sicher, dass ein diskursiver und lebendiger Austausch die FCA-Familie noch enger zusammenschweißt.

Auf Augsburg!
Vorstand Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V.

Hier geht's zum Fragebogen und den zugehörigen Antworten von Alexander Süßmair