Auszug aus den Supporter News | Ausgabe 221

13.11.18


An kaum einem Fußballfan dürfte vorbeigegangen sein, dass sich seit der letzten Saison deutschlandweit die Protestaktionen gegen den DFB und die DFL häufen. Waren es in der vergangenen Spielrunde größtenteils „nur“ Spruchbandaktionen, so intensivierten sich die Proteste seitdem immens. Wie in allen deutschen Fußballstadien wurde in der englischen Woche auch bei unserem Auswärtsspiel in München 20 Minuten auf die organisierte Unterstützung – den größten Trumpf von uns Fans – verzichtet. Auch heute wird es wieder einen Aktionsspieltag geben. Um einen tieferen Einblick in die Hintergründe der Proteste zu bekommen, stellten wir Denis von der Legio Augusta sechs Fragen zu diesem Thema.

Hier geht's zum Interview...

Ihr werdet von uns hören - oder auch nicht!

20.9.18

„Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.“


So schlossen wir vor rund einem Monat unsere Erklärung zu dem Abbruch der Gespräche mit den Verbänden. Wir führten dabei aus, dass der Beitritt der Fanseite zu einem wie auch immer gearteten „runden Tisch“ keine Verbesserung für jene Fanseite mit sich gebracht hat und wohl auch nicht bringen wird. Viel mehr handelte es sich bei den Gesprächen um eine für die Verbände gesichtswahrende Vorgabe von Dialogbereitschaft, ohne dabei jedoch gewillt zu sein, tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Fußballfans durchzusetzen. Auch die geleakten E-Mails zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vizepräsident Rainer Koch haben uns gezeigt, dass der Abbruch der Gespräche ein richtiger Schritt war.

Diese Resignation bezieht sich dabei jedoch einzig und allein auf die besagten Gespräche, nicht jedoch auf unseren grundsätzlichen Kampf für einen anderen Fußball. Einen Fußball, der sich an der Basis orientiert, statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen. Der den Fokus auf die Fans legt, statt sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten.

Wenn die Anliegen der Fans in Gesprächen kein Gehör finden, dann vertreten wir sie wieder dort, wo man uns nicht ignorieren kann: In unseren Stadien und Kurven. Wir haben angekündigt, dass man von uns hören wird und setzen das in der kommenden englischen Woche, dem fünften Spieltag, um.

In den ersten 20 Minuten der Spiele werden wir auf einen wie üblich organisierten Support verzichten. Stattdessen werden wir unseren Protest in die Stadien tragen und zeigen, dass die große Masse an Fans nicht damit einverstanden ist, was einige wenige Funktionäre mit unserem geliebten Fußball veranstalten.

Über die genaue Ausgestaltung des Protests werden die jeweiligen Fanszenen informieren. Schließt euch den Protesten an, um ein einheitliches und starkes Zeichen zu setzen! Zeigt denen da oben, dass die Fans in den Stadien nicht gewillt sind, immer neue Auswüchse der Kommerzialisierung und Entfremdung in Kauf zu nehmen!


Die Fanszenen Deutschlands im September 2018



Zur besseren Übersicht und um unseren Forderungen noch einmal Nachdruck zu verleihen, befinden sich in der Seitenliste ab sofort unsere Positionspapiere, die der DFB im Dezember des vergangenen Jahres erhielt. Im Papier zum Thema Kommerzialisierung wurde mittlerweile noch eine Passage zum Thema Videobeweis ergänzt.