Transparenzoffensive zur Überarbeitung der SV-Richtlinien

2.3.26

Vor rund zwei Wochen meldeten wir, die Fanszenen Deutschlands, uns bereits mit einer Stellungnahme bezüglich der in Hinterzimmern des DFB erarbeiteten neuen Stadionverbots-Richtlinie. Seitdem herrscht vor allem eins: Stille.

Zwar hat die DFL erstaunlich schnell – bereits am Freitag der Veröffentlichung unserer Stellungnahme – mit einem internen Schreiben an die Vereine reagiert. Die große Chance, nun endlich mit offenen Karten zu spielen, wurde jedoch abermals vertan.

Nun ist es für uns nichts Neues, dass wir Fans in Entscheidungen oder Prozesse der DFL nicht eingebunden werden. Dass allerdings selbst Vereine – teilweise gänzlich – außen vor gelassen werden, ist durchaus verwunderlich.

Das besagte Schreiben der DFL verbreitet dabei auch ganz bewusst Lügen. So ist beispielsweise die Rede davon, die Vereine „umfassend über mögliche Änderungen“ informiert zu haben. Tatsächlich sind allerdings kritische Vereinsvertreter mit irreführenden Falschaussagen aufs Glatteis geführt und kaltgestellt worden. Auch eine erwähnte Videokonferenz fand lediglich im Monologform statt, ohne die Chance auf Rückfragen.

Im Gegensatz zur DFL haben wir die vergangenen Tage genutzt und sind mit unseren Vereinen ins Gespräch gegangen. Die Erkenntnis daraus: Bis heute wissen die Vereine über die geplanten Veränderungen in der SV-Richtlinie nicht oder bestenfalls nur rudimentär Bescheid! Da passt es ins Bild, dass auch im Rahmen der Regionalkonferenzen in der Woche vom 16. bis 20. Februar 2026 in Frankfurt Informationen zur Überarbeitung der Stadionverbots-Richtlinien Fehlanzeige blieben.

Nun ist es natürlich schwierig, über Sachen zu urteilen, deren Inhalt man nicht kennt. Die DFL spricht gerne von „Transparenz“ – doch versagt dann gleich im ersten Schritt, diese zu schaffen.

Als transparenzliebende Fans sehen wir uns somit in der Pflicht, nun unsererseits mit einer Transparenzoffensive Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wir wissen ganz genau Bescheid, welche Maßnahmen geplant sind.

Fans & Vereine: Gemeinsam gegen die neuen SV-Richtlinien!

13.2.26

Hallo Fußballfans,

die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass die Verbände derzeit heimlich, still und leise eine deutliche Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien anstreben. In einem wiederholt intransparenten Prozess arbeiten Juristen der Verbände und deren Sicherheitsfunktionäre unter punktueller Einbeziehung einzelner Vereine offenbar daran, umfassende Änderungen an den derzeit gültigen Richtlinien umzusetzen.

Es ist zu befürchten, dass dort all jene Themen zur Debatte stehen, die schon im Rahmen der Innenministerkonferenz an die Öffentlichkeit gedrungen sind: Eine zentrale Stadionverbotskommission mit Weisungsrecht gegenüber den Vereinen und andere weitreichende Verschärfungen gegenüber dem Status Quo.

So waren etwa zwei Kernforderungen aus der IMK, „Soll-Bestimmungen“ in „Ist-Bestimmungen“ umzuwandeln und Stadionverbote für eine Mindestdauer festzusetzen, was vielerorts auf große Kritik gestoßen ist. Aufgrund des Schweigens der Verbände ist nicht auszuschließen, dass diese Damoklesschwerter weiterhin über deutschen Fans schweben. Das gerne als Präventionsmaßnahme verkaufte Konzept „Stadionverbot“ droht somit endgültig zum repressiven Mittel einer Parallelgerichtsbarkeit zu werden.

An dieser Stelle sehen wir unsere Vereine in der Pflicht, unsachgemäßen und praxisfernen Vorstößen entschieden entgegenzutreten. Dazu gehört, eine ergebnisoffene Diskussion einzufordern, die nicht abseits der Öffentlichkeit stattfindet und Fanperspektiven einbezieht. Zum Jahresende 2025 haben wir jedenfalls gezeigt, was wir gemeinsam auch in solch aufgeladenen Themen erreichen können.

Die Verbände fordern wir dazu auf, ihre Entscheidungen nicht im Hinterzimmer zu treffen, sondern offen und transparent die Diskussion zu führen.

Die Fanszenen Deutschlands im Februar 2026

Demoaufruf: Finger weg von Jugend- und Subkulturen!

5.2.26


Vergangenen Samstagabend stürmten über 200 Polizisten den City Club und das dazugehörige Café, während dort zahlreiche Augsburger:innen friedlich tanzten, feierten oder ihren Feierabend bei einer Pizza genießen wollten. Mit einem Kamerateam von ProSieben im Gepäck rückte die Polizei mit einem Leiterwagen an, verschaffte sich Zugang zu Fenstern im Obergeschoss und schlug Türen und Fenster ein. Gäste und Mitarbeiter:innen wurden über Stunden festgehalten und teilweise entwürdigenden, unverhältnismäßigen Nacktkontrollen unterzogen. Der Vorwand des angeblichen Drogenhandels im City Club, stellte sich erwartungsgemäß als absurd heraus.

Wir als Fußballfans kennen dieses Vorgehen schon seit langem. Hausdurchsuchungen werden ohne jede Verhältnismäßigkeit von Richter:innen zugelassen und von der Polizei rücksichtslos und mit Freude an Zerstörung durchgeführt. Das vorgeschobene Ziel dieser Razzien wird nie erreicht, aber der Beifang an Zufallsfunden sowie Laptops, Handys usw. wird gerne für Monate einkassiert und ausgewertet. Das Ganze wird flankiert von einer restriktiven Stadtregierung und Stadtverwaltung, die in der Fankultur in erster Linie ein Sicherheitsrisiko sieht. Was Repression anbelangt, teilen wir das Los des City Club, der als alternativer Ort wohl auch ein Dorn im Auge des Sicherheitsapparats ist. Deswegen wollen wir uns nicht nur solidarisieren, sondern auch für unsere eigene Fankultur auf die Straße gehen.

Gegen den bayerischen Polizeistaat!
Für eine lebendige Fan-, Jugend- und Subkultur in Augsburg!

Ultras FC Augsburg